Start in Südafrika
Teil 1 der Reise

Reisebeginn in Südafrika
Wir haben Südafrika bereits vier mal bereist. Die Begeisterung ist ungebrochen. Südafrika ist ein Land, das mit unglaublich freundlichen, hilfsbereiten Menschen und einer beeindruckenden Vielfalt der Natur aufwartet. Bereits 2016 haben wir die Drakensberge im Osten besucht und im Jahr 2019 dann die endlosen Weiten der Kalahari-Wüste. Die Kalahari-Wüste ist für uns eine der faszinierendsten Landschaften aus rotem Sand, Dünen und trockenem Grasland. Für alle Photointeressierten bietet dieser Teil der Welt eine unglaubliche Fülle an Motiven mit unbeschreiblichem Licht.
2016 stand ebenso der Krüger Nationalplark auf unserer Bucketlist. Genauso wie die bekannte Panorama Route in der Provinz Mpumalanga mit den atemberaubenden Schluchten, Wasserfällen und grünen Tälern. Die berühmte Garden Route entlang der Küste haben wir leider bisher nur kurz besucht. Daher wird dieser Bereich Südafrikas der erste Teil unseres Roadtrips sein. Spannend für uns ist, ob wir endlich die Möglichkeit haben werden, Wale zu erleben, nachdem wir unsere letzte Reise (2022) in diesem Bereich abbrechen mussten.
Der Startpunkt unserer Reise ist endlich Kapstadt. Dort steht unser Landy „Roho“ und wartet auf uns.
Habt ihr schon einmal eine Stadt besucht in der während der Dämmerung die Hippos im Vorgarten grasen? Wir schon. Und es war unfassbar, unglaublich, beeindruckend…dazu bald mehr.
„Der schönste Moment im Leben eines Menschen ist der Aufbruch in fremde Länder.“
Sir Richard Burton
Die Tage am Lake Malawi

Eines der ärmsten Länder der Welt. Wir haben gerade die Möglichkeit dieses außerordentlich tolle Land mit den unglaublich netten und hilfsbereiten Menschen zu bereisen.
Malawi hat so viele Gegensätze. Die Menschen hier verdienen im Durchschnitt 30 US-Dollar im Monat.
Der Eintritt in einen Nationalpark kostet uns bspw.für einen Tag 100 Dollar. Es gibt kaum bis wenig Industrie oder Gewerbe, auch keine Produktion von Lebensmitteln – alles wird importiert – dafür fehlen jedoch die Devisen. Das bedeutet – es gibt lediglich ein sehr, sehr eingschränktes Angebot für Nahrungsmittel. Viele der Menschen sprechen Chichewa und zu einem großen Teil Englisch. Der Anteil der arbeitslosen Bevölkerung liegt bei ca. 80 %. Die Menschen hier versorgen sich durch farming und Tierhaltung selbst.
Wir sind nach dem broder crossing in Blantyre gestrandet eine der größeren Städe in Malawi. Uns war die Stadt viel zu hektisch, zu laut, zu unübersichtlich. Leider waren die Wetterprognosen für den südlichen Teil Malawis sehr regnerisch vorhergesagt. Daher entschieden wir uns in Richtung Lake Malawi zu fahren und zuvor einen Zwischenstop am Shire River in Liwonde einzulegen, um den Liwonde Nationalpark zu besuchen. Es ist Regenzeit und damit ist uns nicht klar, dass wir nicht die Tiersichtungen wie bisher auf unseren Reisen haben werden. Trotzdessen ist das Erlebnis Game Drive für uns so reizvoll, dass wir es versuchen. Die Straßen von Blantyre in Richtung Liwonde sind absolut überraschend super. Wir erreichen das Zeil früher als gedacht. Leider hat die von uns gewählte Campsite am NP geschlossen. Die Locals helfen uns und geben uns Tipps für eine weitere Campsite in der Nähe. Wir versuchen unser Glück. Die Campsite hat geschlossen, da der gesamte Campground überschwemmt ist. Es hat vor unserer Ankunft mehrere Tage durchgeregnet. Wir hätten in einem Tended Camp – also der Main Lodge – übernachten können (wirklich schön). Dies lag allerdings außerhalb unseres Budgets (100 US Dollar per person per night – full pension – excluded Park fees with 100 US Dollar pp). Also Weitersuchen. Gut, dass wir direct an der Grenze eine Sim Card gekauft haben und uns damit etwas durchgooglen können. Wir finden einen Platz der von Locals betrieben wird und übernachten in einem kleinen 2 Sterne Hotel (Shire Camp – Bungalowanlage – für 25000 Malawi Kwacha pro Nacht). Die Angestellten sind so super und das Essen sind so gut, dass wir entschieden, zwei Tage zu bleiben. Am nächsten Tag starten wir – trotz der hohe Kosten – in Richtung Liwonde NP. Wir sind mal wieder die einzigen Gäste im NP – ok – ja Regenzeit. Schade, dass uns die Angestellten des NP (trotz Nachfragens) nicht erzählt haben, dass die Brücken im Park so unpassierbar sind, dass selbst die Hauptwege nicht gefahren werden können. Wir haben trotz dessen einen schönen – leider viel zu kurzen Tag mit wenigen Tiersichtungen– im NP. Ich lerne endlich Baobab-Juice zuzubereiten. Abends gibt es Fisch aus dem Shire River.



Monkey Bay und Cape Maclear sind die Orte die uns von den Afrikanern immer wieder genannt worden, als besondere Orte am Lake Malawi. Daher war unsere erste Campsite die Norman Carr Lodge – ein toller Ort- wir mussten zwei Tage bleiben. Die Abende verbrachten wir mit langen Gesprächen mit dem Eigentümer, da wir die einzigen Gäste waren. Die Berichte über Land & Leute sind unersetzlich.

Nach einem kurzen Besuch in Monkey Bay sollte unsere nächste Campsite am Cape Maclear sein. Leider waren durch den Regen der vergangenen Tage weder die tarred road noch die gravel roads befahrbar. Wir haben mehrere Locals gefragt und wurden auch gewarnt, die Straßen nicht zu nutzen. Daher entschieden wir uns, einen Stop auf der Cool Runnings Campsite am Lake zu machen, leider war die Camsite geschlossen und nach einem Tip von den Locals bleiben wir auf der Campsite am Wheelhouse Marina (komischer Name – aber mega gut). Es ist so verlockend sich bei diesen Temperaturen in den Lake zu stürzen. Aufgrund der zunehmenden Belastung des Sees mit Bilharziose entschieden wir uns dies nicht zu tun. In manchen Bereiches dieses riesigen Sees (570 km lang) sind auch zu viele Krodkodile im Wasser - also auch hier ist das Schwimmer nicht ganz so ratsam :-).

Von dort fahren wir in Richtung Rafiki Camp – nach dem tollem Ambiente am Lake Malawi brauchen wir wieder etwas bush Flair. Die Lodge und die zugehörige Campsite sind wunderschön!!! Auch hier verbringen wir die Abend mit den Eigentümern der Lodge da wir die einzigen Gäste sind. Die Lodge grenzt direkt an den Nhkotokota Nationalpark. Aufgrund der Regenzeit wird uns abgeraten in den Park zu fahren, da die Straßen nicht gut passierbar sind und der Busch einfach zu dicht ist, für gute Sichtungen. Dafür nutzen wir jedoch ausgiebig die Trails auf dem Lodgegelände und genießen den Anblick der riesigen Wassermengen im Bua River, der die Safarilodge im Norden begrenzt.
Die Straßen in Richtung Norden sind furchtbar – wir brauchen für eine Strecke von 130 km – ca. 4,5 h (ohne die mir lieb gewonnenen Shoppingstops am Straßenrand für Bananen, Mangos oder Tomaten).

Sehr interessant ist, dass in Malawi unglaublich viel Fahrrad gefahren wird. Der Preis für Benzin/Diesel ist fast so hoch wie in Deutschland. Die Menschen können sich kein anderes Verkehrsmittel leisten. Alle Waren werden mit dem Fahrrad transportiert (geschlachtete Ziegen, Fisch aus dem Lake Malawi, Holzkohle, Zuckerrohr, Mais, Holz, etc..). Überrrascht hat mich die gute Versorgung mit Grundwasserpumpen. In fast jedem kleinen Village ist zumindest die Wasserversorgung vorhanden.
Das Fahren ist bei immer stärker werdenden tropischen Temperaturen anstrengend. Während der Fahrt kann die Strecke keine einzige Sekunde aus den Augen gelassen werden, da jederzeit ein Achsbruch oder schlimmeres droht durch die tiefen Löcher oder die nicht mehr vorhandene Straße. Busse oder LKW´s nehmen keine Rücksicht. Die Fahrer sind in dieser Hinsicht hier etwas direkter als in Mozambik.

Ngala Lodge & Campsite am Lake Malawi
Nachdem unsere Essensvorräte ziemlich geschrumpft sind und ein Auffüllen hier ziemlich schwierig (es gibt einfach keine (!) Ware – in den Shops stehen Bier, Seifen und Waschmittel – meist nicht mehr) oder teuer ist, entschieden wir für ein paar Tage auf der Campsite der Ngala Lodge zu bleiben. Eine Packung Cornflakes kostet bspw. umgerechet 10 Euro, Cafe ca. 15 Euro, während das Essen in den Lodges bei einen sehr guten Dinner ca: 10 US Dollar pro Person liegt. Wir nutzen die Zeit hier, um Roho endlich mal wieder sauber zu machen und die gefühlten 20 kg Wäsche zu waschen. Außerdem steht in Kürze schon wieder das nächste border crossing in Richtung Tansania an. Um die E-Visa zu beantragen brauche ich ca: 4 h (wenn das Internet funktioniert). Unsere letzte Erfahrungen mit dem E-Visa war unglaublich gut, wir werden dies also wieder nutzen.

Einer der schönsten Plätze hier am Lake Malawi – Ngala
Trotz der schwierigen Situation hier (zuerst die Pandemie, dann der Zyklon Freddy und den durch Russland entfachten Krieg in der Ukraine und eine grosse Cholerawelle) sind die Menschen hier sehr, sehr herzlich, aufgeschlossen, freundlich und mehr als hilfsbereit. Der Krieg hat hier viele Spuren hinterlassen – viel zu viele. Im letzten Jahr konnte kein oder nur wenig (und dann sehr teuer) Saat eingekauft werden, da diese aus der Ukraine kam. Die Inflation ist sehr sehr hoch und die Preise für Mais und Reis sind so stark gestiegen, dass sich viele Menschen selbst diese Lebensmittel nicht mehr leisten können (ein Sack Mais von 40 Dollar auf 70 Dollar).
Erst durch die vielen Gespräche mit den Locals wird deutlich, wie sehr die Menschen hier in den letzten Jahren getroffen sind. Ich habe allergrößten Respekt vor der Hoffnung in die Zukunft die die Menschen trotz dessen haben.
Malawi ist für Individualreisende insgesamt noch schwieriger zu bereisen als Mozambik. Aber, wenn man sich auf die teilweise schwierigen Bedingungen (oftmals kalte Dusche – muss ok sein, kein fließendes Wasser für die Toiletten, sondern Wasser zum Schöpfen aus einem großen Behälter, Essenvorrat anlegen, gute Routenplanung) einlässt und diese auch aushält (viele Kinder die an dein Auto klopfen und nach Essen oder Geld fragen), dann ist ein ein unglaubliche Erfahrung – ich möchte diese Erfahrung nicht vermissen und könnte gern noch ein bißchen bleiben und eintauchen in dieses herzliche Mentalität und die wunderschöne Landschaft.






Tag 10- 14 Winelands & Western Cape
Die Winelands sind ein Traum. Nicht nur für Weinliebhaber. Wir besuchen Stellenbosch und Franschoek (Campsite: Otters Bend Lodge & Education Centre). Leider konnten wir den Franschoek Pass (Bild unten) nicht Richtung Hermanus durchfahren, da ein ungeplanter aber notwendiger Check von Roho dazwischenkam. Wir drehen auf dem Pass um und fahren wieder Richtung Stellenbosch. Roho hat nicht genug Power, um den Pass zu fahren (im Nachgang eine sehr gute Entscheidung). Noch am gleichen Tag werden die Kipphebel – etwas abenteuerlich – eingestellt (das war nach dem Wechsel des Zylinderkopfes noch ergänzend notwendig).

Wir verbingen die doch recht frische und windige Nacht wieder bei African Overlanders. Am nächsten Tag brechen wir Richtung Hermanus auf. Wir hoffen trotz der fortgeschrittenen Zeit noch Wale zu sehen (Ende der Saison ist Ende Nov./Anfang Dez.). Während der Fahrt versuche ich eine Whalewatching Tour zu buchen. Leider bekomme ich im Laufe des Tages nur Absagen, aber auch einen Hinweis auf noch stattfindende Touren in Gansbaai. Wir entscheiden eine Nacht in der Nähe von Hermanus zu campen. Die Campsite in Onrus (Nähe Hermanus) war wundervoll. Direkt am Meer und mit einer fantastischen Ausstattung. Abends gab es das erste Lagerfeuer und dann eine laue Nacht am Meer.

Den Tag verbringen wir in Hermanus (Bild oben). Am Viewpoint (Gearings Point) entspannen wir den gesamten Vormittag, in der Hoffnung Wale zu sehen. Ok, Wale gab´s nicht. Ich hätte trotz dessen noch länger bleiben können. Zu empfehlen ist übrigens Daans Bakery. Abends fahren wir in Richtung Gansbaai, da wir von dort am nächsten Tag die Möglichkeit haben, an einer Big Five Sea Safari teilzunehmen (auch wenn dies nicht gerade sehr günstig ist und die Zeit Wale zu sehen endet, entscheiden wir uns dafür). Am nächsten morgen kingelt der Wecker auf der Strandkloof Campsite um 5:15 Uhr morgens. Die Tour startet gegen 7 Uhr. Der Tag beginnt mit leichtem Nieselregen. Die See ist unruhig. Der Wind kräftig. Eine gute Entscheidung war, die empfohlene Regenkleidung des Safarianbieters zu nutzen. Bereits nach 10 m auf See waren wir hüfthoch nass. Die Tour war trotz des rauhen Wetters interessant. Während der gesamten Zeit wurden viele Informationen über die Schutzprojekte und das Ökosystem vermittelt. Wir sahen eine riesige Robbenkolonie, die gefährdeten Pinguine, Otter und Haie. Leider keine Delfine oder Wale. That´s Wildlife. Übrigens, weil der Geruch der Robbenkolonie trotz offener See so unerträglich war, wurden duftende Tücher auf dem Schiff verteilt. Witzig und sehr hilfreich :-)!



Tag 15- 18 Knysna
Kleine Episode: Was uns (bisher) nur in Afrika passiert: Auf dem Weg in Richtung Knysna machen wir einen Mittagsstop in Riverdale. Während wir in einem kleinen tollen Cafe/Restaurante sitzen, schaut sich ein Mann unser Auto an und fragt den Parkwächter wo wir sind. Ich winke ihm bereits zu. Er kommt zu uns an den Tisch und erzählt, dass er begeisteter Landyenthusiast ist und selbst einige besitzt. Wir kommen sofort in ein intensives Gespräch über den Landy und unsere Reisepläne. Ohne zu fragen, sucht er Telefonnummern von allen bekannten Landyspezialisten entlang der Ostküste in SA raus und schreibt sie uns auf, damit wir diese kontaktieren können. Ganz ehrlich: Wie toll ist das denn? Wir stehen noch mit ihm in Kontakt und bleiben das hoffentlich auch.

Warum eigentlich Knysna? Bei unserem letzten Aufenthalt in Südafrika sind wir aufgrund einer Autopanne in der Palm Lodge in Knysna gestrandet. Hier lernten wir Chris und Andy (and the lovely Rufus) kennen. Die Beiden halfen und unterstützen uns bereits im lezten Jahr. Die Unterkunft und deren Lage ist für uns grandios schön und friedvoll. Daher war es keine Frage, einen weiteren Besuch in unsere Reisepläne einzubauen. Die Stadt ist klein, aber ein toller Mix aus touritischer Infrastruktur und Authentizität. Außerdem können wir hier sehr gut alle möglichen Besorgungen rund um Roho machen (keine Ahnung wie wir das alles im und am Auto unterbringen sollen – wir werden sehen :-). Ich mag hier besonders die lokalen Märkte die an jedem Wochenende rund um die Stadt aufgebaut werden (immer nur für einige Stunden – nicht den gesamten Tag). Die Lage am Meer und im Rücken die Berge sind für uns der beste Ausgangspunkt für alle möglichen Aktivitäten. Gern immer wieder hier, aber besonders gern wegen der beiden tollen Menschen.



ab Tag 15 – Südafrikas wilde Ostküste
Die Wild Coast hat ihrem Namen alle Ehre gemacht. Eine unglaublich abwechslungsreiche Landschaft mit vielen atemberaubenden Ausblicken. Bevor wir jedoch die Wild Coast erreichen, brauchen wir noch eine Zwischenübernachtung. Dafür haben wir Mansfield gewählt. Das kleine Game Reserve mit Campsite liegt in der Nähe von Port Alfred. Die – unerwartet- bisher beste Campsite. Direkt am Fluss mit einem großen Tierbestand, einer traumhaften Landschaft und einer lauen Nacht. Hier würde ich gern länger bleiben.
Von dort aus geht es am nächsten Tag bereits weiter in Richtung Morgans Bay, da auch hier das Wetter umschlagen soll. Das ist übrigens etwas untypisch für die Jahreszeit (etwas kühl und regnerisch). Die Strecke fährt sich trotz der vielen Höhenmeter sehr gut. Roho hält durch – wir sehr happy. Wir verbringen die Nacht auf der Bonaflora Campsite. Sofern es möglich ist bevorzugen wir Campsites auf Farmen oder kleinen Game Reserves. Leider hier mit einer sehr kühlen und sehr verregneten Nacht.

Port St. Johns
Aufgrund des sehr wechselhaften Wetters entschieden wir uns bereits am nächsten Tag weiterzufahren. In Erinnerung bleibt aber nicht der kalte Abend, sondern die besonders tolle Fahrstrecke entlang der N2 und der R 67. Die Strecke bis zur nächsten Unterkunft wird deutlich kürzer. Nur ca. 80 km. Aber dafür brauchen wir fast zwei Stunden. Um dem kühlen Wetter etwas zu trotzen buchen wir uns spontan ein kleines Cottage im Yellowwood. Eine gute Idee. Ein entspannter Abend am Feuer und tolle Trails zum Wandern die wir gern genutzt haben.
Coffee Bay
Auch heute geht’s bereits weiter. Der nächste Zwischenstep soll Coffee Bay sein. Für die ca. 380 km brauchen wir 5-6 h Fahrzeit. Die Strecke enttäuscht landschaftlich gegenüber den letzten Tagen. Die Gegend ist geprägt von Farmland. Begeistert dagegen sind wir von der Küste. Wild Coast – wie ich sie erhofft hatte. Lunch am Meer. In tollem Ambiente. Die Campsite haben wir mal wieder für uns allein. Naja fast- zwei Hunde haben sich uns angeschlossen. Die Lage der Campsite ist unbeschreiblich schön. Es fühlt sich an, als würde der Platz in einem botanischen Garten liegen – magisch. Das Meer ist die ganze Zeit entweder sichtbar oder hörbar. Ein Traum! Die Frage ist, bleiben wir? Nein. Das Land ist so wunderschön. Wir sollten und wollen weiter. Leider regnet es auch abends etwas. Gut, dass wir unsere Trap dabei haben (aus Deutschland mitgebracht) um den Regen der diesmal eher seitlich entgegenweht abzufangen. So schnell wie das kleine Gewitter kam, ging es auch wieder. Aber irgendwie ist der Abschied von einem so tollen Ort und den herzlichen Menschen jedes Mal ein bisschen schwer.

Port Edward
Die langen Fahrtage merken wir etwas. Heute geht’s Richtung St Port Johns.– eine sehr kleiner wuseliger Ort direkt am Meer. Die Landschaft ist geprägt von den großen Zuflüssen in den Ozean und daher einfach wundervoll. Die Fahrstrecke war mal wieder anspruchsvoll (nur Passfahrten). Wir füllen noch schnell die Wasser – und Mangovorräte im Ort auf (es ist gerade Saison und die sind unglaublich lecker). Im Vorbeifahren entdecken wir eine Gasrefill Station und nutzen die Gelegenheit um beide Gasflaschen zu befüllen. Leider sind zwei von den drei Campsites nicht mehr in Betrieb. Das Suchen kostet etwas Zeit und Nerven. Wir übernachten schließlich auf der Campsite Cremorni. Die Campsite erreichen wir spät und etwas ausgehungert. Der Ausblick entschädigt. Leider beginnt es wieder etwas zu regnen. Daher gibt’s heute Dinner im Restaurant und danach ein entspanntes Lagerfeuer auf der Camspite. Wir sind mal wieder die einzigen Gäste auf der Campsite.



Die Fahrt zum Eland Game Reserve
Nun ist Peak Season in Südafrika. Das ist insbesondere an den Preisen und der Verfügbarkeit der Unterkünfte entlang der Küste spürbar. Wir entscheiden nach den langen Fahrtagen und der Zeit an der Küste eher ein paar Tage in das Landesinnere zu fahren. Der Tag beginnt mit Sonnenschein und einem Blumenstrauß auf dem Tisch, denn es ist mein Geburtstag. Eigentlich haben wir uns nur 5 Fahrstunden vorgenommen. Es soll anders werden.
Die Strecke ist wieder sehr anspruchsvoll. Ständige Passfahrten. Keine Möglichkeit zum Halten entlang der Strecke, weil wir es als zu gefährlich (Verkehr) einschätzen. Hohe Aufmerksamkeit ist gefragt, da hinter jeder Kurve – davon gibt es unzählige – entweder, Menschen, Schafe, Kühe oder Esel oder Ziegen auf der Straße laufen. Die kleinen Städte, die sich entlang der Strecke befinden sind überfüllt, laut und wuselig (für uns ungewohnt – bisher – das ändert sich gerade). Der Verkehr nimmt langsam zu. Die Straße wird schmaler. Dann Stau – wir vermuten eine Baustelle. Das ist auch so. Allerdings haben sich vor der Baustellenampel die Fahrzeuge auf Straßenbreite mit vier Fahrzeigen nebeneinander so verkeilt, dass kein Durchkommen mehr ist – aus keiner Richtung. Nach ca. 2 h beginnen die Fahrer der Minitaxisbusse die Fahrzeuge auf eine Wiese zu lenken, damit der Verkehr wieder fließen kann. Nach einer weiteren Stunde „umparken“ kommen die ersten Autos aus der Gegenrichtung. Bevor wir fahren, dauert es noch. Wir sind froh, dass es weite – bisher bleiben wir noch entspannt, da es auch etwas irrwitzig war zuzuschauen, wie dann auch noch LKW mit Steine beladen versuchen über Böschungen zufahren, dann umkippen und sich der nächste Stau bildet. Wir fahren. Nach ca. 1 h Fahrzeit wird es neblig. Aus den umliegenden Wäldern steigt so viel Wasser auf, dass die Sicht stark eingeschränkt ist. Die Fahrt wird nun richtig anstrengend. Etwas weiter geht es wieder. Dann fahre ich um eine scharfe Kurve auf einer Bergkuppe. Plötzlich viele Menschen und viele Polizeiautos. Ich bremse strak runter. Ein Laster mit Getränken ist umgekippt. Es sieht nicht gut aus. Ich fahre sehr langsam weiter, um niemanden zu blockieren. Plötzlich feuern die Polizisten Schüsse in die Luft direkt neben uns. Weitere Polizisten richten die Waffen aktiv auf die Menschen die mit den Kisten von dem Laster weglaufen. Alle beginnen in alle möglichen Richtungen zu laufen. Ich schätze es waren ca. 50 Menschen rund um Laster. Ich entscheide langsam weiter zufahren – es gab keine Ausweichmöglichkeit. Ein echter Schreckmoment. Die noch vor uns liegende Fahrstrecke bleibt anspruchsvoll. Die letzten Kilometer führen über gravel road und kosten ziemlich viel Zeit. Wir erreichen unser Ziel erst gegen 18:30 Uhr. Dann sind es noch mal mehrere Kilometer auf dem Gelände bis zur Campsite. Inclusive Wasserdurchfahrt.



Der Tag hat uns ziemlich geschafft. Jetzt gibt erst mal ein Geburtstagsdrink (eher ein Beruhigungsdrink) am Lagerfeuer.
Chrismas Feeling im Game Reserve mit Farmer Market an Tag 2. Es gibt es einen Christmast Farmers Market mit frischen Produkten aus der Region und natürlich afrikan craft. Wundervoll entspannte Atmosphäre, local food und das in diesem atemberaubenden landschaftlichen Ambiente.
Morgen ist der dritte Advent. Ich gebe zu, eine Lichterkette musste sein. Roho hat sich gefreut – glaube ich.
Die Tage im Eland Game Reserve – Oribi Gorge – waren etwas kühl und nass, aber trotz dessen unerwartet schön. Wir nutzen die Zeit, um das Equipment weiter zu testen. Luft ablassen für gravel roads, wie lange hält unsere Ecoflow, wie lange brauchen wir, um genug Strom mit dem Panel zu erzeugen um das Equipment zu laden. Auf der Campsite gab es keinen Stromanschluss. Das Hochland ist unbeschreiblich schön.



Nach drei entspannten Nächten und kleinen Safaritouren in dem Game Reserve machen wir uns auf den Weg in Richtung St. Lucia. Zuerst gibt es einen Stop in Durban, um noch einige Ersatzteile für den Landy (dust caps, grease, relays, etc..) zu kaufen und unsere Essensvorräte aufzustocken. Es dauert mal wieder länger als geplant, weil in dem ersten Geschäft nicht alles verfügbar ist und wir weitere Stores anfahren. Die Tipps, wo wir welche Teile bekommen, geben uns die Inhaber, daher ist es easy- nur schade, dass diese Tage so schnell vergehen. Die Campsite in einem Vorort von Durban war super!
Der nächste lang ersehnte Stop ist Salt Rock Nähe Ballito. Eine kleine Stadt am Meer. Wundervoll. Hier treffen wie Bryan and Carol. Wir haben uns unglaublich gefreut, die beiden zu treffen und hatten einen gemeinsamen Lunch auf der Salt Rock Campsite. Die Tipps für travelling in Africa und die Tipps für das Auto sind unersetzlich! Thanks to you both again! Wir vereinbaren ein Treffen auf unserem Rückweg! Nein vielmehr, gebe ich ein Versprechen, dass wir uns Wiedersehen!

St. Lucia – endlich wieder hier – einer meine Sehnsuchtsorte
Vor einigen Jahren waren wir bereits kurz hier. Eigentlich besuche ich nicht gern Orte mehrmals (die Welt ist zu groß und zu schön) aber hier musste es sein! Die entspannte Atmosphäre und die Lage am Isimangaliso Wetland Park mit dem einzigartigen Ökosystem sind unvergleichlich. Wir verbringen so wahnsinnig entspannte Tage in der St. Lucia Eco Lodge (ja klar und wir nutzen die Zeit auch um Roho noch etwas mehr Aufmerksamkeit zu geben und ihn weiter fit zu machen). Wir erfahren viel Unterstützung, weil der Besitzer der Lodge ebenfalls Landy fährt. Die Erfahrung und das Wissen rund um den Defender von Menschen die ein solches Auto jeden Tag nutzen ist unersetzbar! Thank you very much for helping!

Falls, jetzt die Frage aufgeworfen wird; Ist das mein Hippobild – nein es ist noch nicht perfekt – ich muss also noch bleiben 🙂
Die Umgebung hier beeindruckt mich wieder aufs Neue. Und ja, wir haben nachts wieder die Hippos am Straßenrand grasen sehen. Das Schutzgebiet grenzt uneingezäunt an den Ort. Manchmal sind die Hippos sogar bei uns an der Lodge. Verrückt, gefährlich, interessant! Vor allem aber schön zu sehen und zu spüren, dass Mensch und Natur so nah sein können. Der Respekt gegenüber den Tieren wird hier sehr hoch bewertet, die Menschen sind stolz auf ihr Schutzgebiet. Es gibt Bemühungen ihn zu erweitern. Ich hoffe es gelingt.



Was wir nie vergessen werden
Die Hilfsbereitschaft der Menschen beeindruckt uns jeden Tag. Heute haben wir beispielsweise zufällig ein Paar aus Pretoria beim Lunch getroffen, mit denen wir uns für 3 Stunden festgequatscht haben. Die Beiden geben uns tolle Tipps für Botswana und bieten an, dass wir bei Ihnen auf dem Grundstück campen können und sie uns beim Verkauf des Landys nach unserer Tour unterstützen.
Die Freundlichkeit aller Menschen – auf den Landstraßen winken uns die Menschen zu – einfach so! Ständig! Mit jeder Verkäuferin, jedem Tankwart und allen Servicekräften in den Restaurants im Supermarkt gibt es einen mini small talk! Ohne geht nicht! Hektik gibt es im Alltag hier nicht. Niemals. No way! Es dauert so lange es dauert. Für uns Europäer absolut ungewohnt, aber um genau diese Erfahrungen zu machen, sind wir ja hier. Wichtig ist, sich darauf einzulassen oder vielleicht zu lernen sich darauf einzulassen. In diesem Zusammenhang steht auch Niemanden interessiert, wie das Wetter wird – für mich als Wetterupdatejunkie – total komisch 😊. Einkaufen in den kleinen Städten die nicht von Tourismus geprägt sind braucht unglaublich viel Zeit. Die Schlangen an den Kassen sind immer – also wirklich immer – egal zu welcher Tageszeit lang, die Parkplätze immer voll. Es gibt auf jedem noch so kleinen Parkplatz „Einweiser“, die dir helfen Ein- oder Auszuparken – es sei denn es regnet, dann sich alle verschwunden 😊). Nach dem Einkauf ist oftmals die Rechnung am Ausgang vorzuweisen und es wird kontrolliert ( oder naja sagen wir – grob geschaut) ob alles bezahlt wurde.
Für alles was benötigt wird, werden Dienstleistungen in Südafrika angeboten – bspw. mal schnell ein Wechsel der Kühlerflüssigkeit auf der Straße, damit der Kunde nicht ins Geschäft fahren muss. That´s how it works! Obst und Gemüse werden manchmal am Straßenrand der Autobahn angeboten. In den größeren Städten werden an den Kreuzungen Erfrischungen verkauft oder Krims Krams (Staubwedel aus Straßenfedern, Schmuck, Sonnenbrillen, ..es war auch schon ein Cameleon dabei ..allerdings eher auf einer abgelegenen Straße).
Südafrika ist für uns der perfekte Einstieg für den Afrikaroadtrip. Hier könne wir Roho testen (naja oder sagen wir mal den Landy in good condition halten 😊), unser Equipment nach und nach aufstocken (ich schätze wir waren fast jeden zweiten Tag in einem Baumarkt – irgendeine Schraube oder so fehlte immer), Ersatzteile besorgen und auch noch mal Erfahrungen sammeln: wieviel, was müssen oder sollten wir einkaufen, um uns zu versorgen ( und wieviel passt überhaupt noch in dieses übervolle Auto!!!). An dem Punkt lernen wir noch immer 😊.
Auf der Tour 2023 haben wir bisher keine großen Schutzgebiete besucht. Safaritouren gab es bisher kaum. Langsam vermisse ich dies etwas. Da wir jedoch bereits viele große und tolle Reservate und Nationalparks besucht haben, ist das ok.! Mega aufregende Tierfotos gibt es daher erst später 😊. Im Vordergrund der Reise stand zunächst die Landschaft rund um den indischen Ozean.
In Kürze werden wir Südafrika verlassen. Ich bin neugierig auf Mozambik, aber ich vermisse Südafrika und seine Menschen schon jetzt. Bye Bye, see you again…





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