April/Mai 2024

Der Sambesi lässt uns nicht los 🙂
Der Grenzüberquerung von Sambia nach Simbabwe war etwas kompliziert und dauerte länger als gedacht. Da wir jedoch noch nicht vor hatten, die Sambesiregion zu verlassen, war die Fahrt zur nächtsen Campsite relativ easy. Naja, bis auf die Herausforderung den Weg zu finden (wir fuhren über einen normalen Village Fußballplatz – also eine sandige große Fläche mit Holzbalken als „Tor“ – um auf eine „normale“ Fahrspur zu kommen). Mit Hilfe der Einheimischen haben wir den Weg gefunden.
Das Besorgen einer SIM Card war nicht so einfach. Eine Registierung mittels Passport war erforderlich. Dafür brauchte ich eine Kopie. Da jedoch mal wieder überall kein Strom war, musste extra für eine Kopie der Dieselgenerator angeworfen werden, um den Kopierer bedienen zu können. Die nächste Schwierigkeit bestand in der Bezahlung. Die Kopie kostet ca. 10 Cent. In Simbabawe gibt es keine Münzen. Die kleinste US Dollar Währung ist 1 US Dollar. Die neu eingeführte Währung ZIG ist bei den Menschen noch nicht angekommen (es gibt keine – bzw. nur wenig Scheine und Münzen). Also habe ich Datenvolumen gekauft und der Verkäufer des Datenvolumens hat dem Verkäufer der Kopie per Handy das Geld digital überwiesen – läuft also immer irgendwie :-). Danke Shorty für deine Hilfe (Shorty ist ein Einheimischer, der uns half, den SIM Card Shop und den Kopierladen zu finden).
Wir verbingen mehr Zeit als gedacht auf der Tiger Safari Campsite direkt am Sambesi. Elefanten und Hippos den ganzen Tag um uns herum..wie könnten wir hier nur eine Nacht verbingen 🙂 ?

Manapools
Nach langem Überlegen haben wir uns dazu entschieden den Manapools Nationalpark zu besuchen. Die Atmosphäre am Sambesi ließ uns einfach nicht los (Nationalparkgebühr, Auto und Camping am Fluss – Camp Nyamepi ca: 140 Euro pro Nacht). Gern hätten wir die Campsites an den Chitake Springs gebucht. Leider wurden aber die Campinggebühren auf ca.: 300 Euro pro Nacht erhöht. Früh morgens brechen wir daher auf zur Nyamepi Campsite. Zunächst müssen wir die Tickets am Marongora Gate besorgen (ich bin sehr froh, dass wir hier in der Nebensaison reisen, da es keine Probleme mit den Verfügbarkeiten der Campsites gibt). Danach fahren wir die Hauptstraße ca: 15 km zurück, um zu dem ersten Gate zu gelangen. Hier werden die Permits kontrolliert und darauf hingewiesen, dass keine Früchte mit in den Park genommen werden dürfen. Wir reduzieren den Luftdruck der Reifen und starten in die ersten 40 km „Wellblechpiste“ bis zum Hauptgate. Auch hier werden wieder Permits und Pässe gesichtet. Wie immer erfolgt dann noch die Registrierung in den Büchern des Gates. Nach weiteren ca: 40 km „Game Drive“ auf der Wellblechpiste erreichen wir die Campsite, registrieren uns erneut und suchen uns unseren Platz auf der Campsite. Wir sind übrigens die einzigen Übernachtungsgäste im Nationalpark auf dieser Campsite. Wir erkunden den Bereich um die Campsite bevor wir das Nachtlager aufbauen. Der Platz ist einfach zu schön, um noch einmal zu einem Abenddrive aufzubrechen. Wir beschließen einfach die Szenerie zu genießen. Ein grandioser Sonnenuntergang erwartet uns und wir beschließen uns ein kleines Lagerfeuer zu entfachen, auch weil wir bereits Hyänenrufe hören. Nach einem kleinen Abendessen werden die Hyänenrufe lauter und kommen deutlich näher. Wir beschließen unser Equipment im Auto zu verstauen und unser Dachzelt als Aussichtsplattform zu nutzen. Mit einem Drink und einem Rundumblick vom Dachzelt genießen wir die Geräusche des Busches. Hippos und Elefanten bewegen sich um unser Zelt. Eine wundervolle Nacht, die ich nie vergessen werde.
Zwei Nächte am Marongora Gate
Ok, das waren die Tage die zum Overlanding dazu gehören, aber die ich auch nicht oft haben muss. Nachdem wir die Wellblechpiste im Manapools NP gefahren sind, ist unser Roho mal wieder in den Limp Mode gegangen (bedeutet: Motorkontrollleuchte an, kein Gas geben mehr möglich). Wir verbringen daher die nächsten zwei Nächte auf einer sehr sehr rudimentären Campsite (nett formuliert) am Nationalpark. Die Campsite des Gates liegt direkt an der viel befahrenen Straße zwischen Lusaka und Harare. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Mitarbeiter des Nationalparks machten den Aufenthalt jedoch angenehmer. Wir checken das Auto und versuchen eine Lösung zu finden. Einen der Abende verbringen wir mit einem Briten, der seit mehr als 30 Jahren in Simbabwe lebt. Er hat dort mit seiner Frau ein Educationcenter aufgebaut und ist zusätzlich bei den Anti Poarching Units engagiert. Die Storys aus seinem Leben in Simbabwe sind so interessant, erschreckend, zugleich abenteuerlich und beeindrucken uns nachhaltig. Nach zwei Nächten reisen wir weiter nach Harare. Nach einem kurzen Zwischenstop in Karoi erreichen wir Harare.
Harare
Die Hauptstadt von Simbabwe. Eigentlich für uns nicht besonders interessant, aber für das Versorgen mit Essen und Ersatzteilen ist ein Besuch igrendwie unerläßlich. Die Preise für Lebensmittel in Simbabwe sind übrigens sehr hoch. Auch der Diesel kostet hier per Liter ca.: 1,68 Dollar. Das Reisen hier ist damit sehr teuer. Auch die Campsites in vielen der von uns besuchten Länder haben nach der Pandemie alle Preise angehoben. Die meisten Campsites kosten aktuell 15 Dollar pro Person (in den Nationalaparks mehr).
Wir finden einen Land Rover Experten über IOverländer und kontaktieren ihn – obwohl Roho in den letzten zwei Tagen ohne Probleme lief. In dem Moment als wir ihm in seiner Werkstatt das Problem schildern, geht die Motorkontrollleuchte erneut an. Was für ein Glück. Er hat sofort eine Idee, was es sein könnte. Nach dem Durchmessen aller Verbindungen vom Gaspedal ausgehend (Ergebnis: alles gut), konnte es nur noch die Steckverbindung an sich sein. Ein Pin innerhalb des Steckers und das entsprechende Kabel scheinen nicht ok zu sein. Ein Versuch ist es wert. Die Reparatur ist schnell erledigt.
Die Stadt Harare ist, wie Lusaka, eine relativ entspannte Hauptstadt. Wir verbringen die Tage mit dem Aufstocken unserer Vorräte, besuchen lokale Märkte und erledigen unseren Reisealltag (Wäsche waschen, Auto putzen, Equipment checken). Interessant war das Einkaufen. Sofern wir nur bar zahlen konnten, wurde der Betrag durch Bonbons, Kugelschreiber oder ähnliches aufgerundet. An den Bankautomaten konnte zwischen ZIG und US Dollar gewählt werden. Da niemand die neue Landeswährung verwendet (obwohl in allen Supermärkten die Preise in ZIG angegeben waren), wählen wir immer US Dollar. Da das Geldabheben oftmals auf zehn Scheine (!) – mit Glück waren 10 Scheine = 100 US Dollar – manchmal aber auch nur 5 Dollar Scheine) begrenzt war, kam es oft vor, dass wir eine halbe Stunde am Automaten standen, um auf die gewünschte Summe zu kommen.
Bulawayo und die Weiterfahrt in die Nationalparks
Wir entscheiden uns nach den Tagen in Harare die Great Simbabwe Ruins zu besuchen, dann weiter in den Matobo Nationalpark zu fahren und anschließend den Hwange Nationalpark zu besuchen, bevor wir dann nach Botswana reisen.
Leider wurde dieser Teil der Reise durch einen Einbruch in unser Auto getrübt. Am Tag zuvor entdecken wir ein Leck am Kühlerschlauch. Dazu bald mehr …soviel nur vorweg – uns gehts gut und Roho auch.
Great Simbabwe Ruins – so beeindruckend !




Matobo NP – landschaftlich wundervoll – aber wo waren die Animals ?





Der von uns besichtigte Teil des Matobo (Ostteil) ist ein landschaftlich wundervoller Park (nicht eingezäunt, wie alle Parks in Simbabwe). Unsere Erwartungen hier wurden trotzdessen nicht erfüllt, sondern im Gegenteil – es war absolut erschreckend, dass noch nicht einmal Impalas oder andere Antilopen hier gesichtet werden konnten. In dem westlichen Teil des Parks gibt es noch Nashörner. Wir können nur hoffen, dass diese auch in der Zukunft geschützt werden können.
Hwange NP – WOW !!!!



Wie wir übrigens zu den Sichtungen der Löwen (ca.: 2,5 m vom Auto entfernt) gekommen sind – ist eine extra Story – sehr witzig und abendteuerlich…
Wild Dog Rehabilitation Center
Ein großartiges privat finanziertes Projekt! Ein Besuch hier lohnt sich in jedem Fall.





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