März/April 2024 in der green season

Sambia

Sambia begrüßt uns mit heftigen Regenfällen. Die ersten Tage in Sambia sind leicht warm und zugleich regnerisch. Nach einigen Problemen eine SIM Karte zu bekommen und der etwas abenteuerlichen Einreise, genießen wir es die Greater North Route zu fahren. Gern hätten wir noch ein paar Tage mehr im Norden von Sambia verbracht, aber die Wetteraussichten sprachen stark dagegen. Viele Wege und Strecken sind schon jetzt nicht passierbar. Mehrmals queren wir Bereiche in den Brücken weggespült wurden und wie die – sagen wir mal sehr provisorische – Ersatzbrücke fahren.

Es gibt so wahnsinnig viel zu berichten. Die Landschaft ist ein Traum. Die Tage hier sind aber auch anstrengend, da die Straßen in sehr schlechtem Zustand sind, die Fahrweise der Trucks, viele Unfälle und viele defekte Trucks entlang der Straßen erschweren das Fahren, genau wie die vielen Police Checkpoints. Mehr als 300 km in ca. 8 h sind hier schwer zu schaffen.

Das Land hat es gerade sehr schwer. Nach einer Staatspleite 2020, der Covid Pandemie, einem Choleraausbruch und einer aktuell schweren Dürre im Süden des Landes. Sambia gehört zu einem der ärmsten Länder der Welt. Die Menschen verdienen ca: 35 US Dollar im Monat.

Leider ist die Stromversorgung in Sambia sehr instabil. Im Gegensatz zu Südafrika gibt es keine „geplanten“ Abschaltzeiten, sondern der Strom ist weg. Genau wie das Wasser.

Vom Norden in Richtung Süden.

Endlich mal wieder Wandern gehen! Wir freuen uns auf die Mitte Sambias.

Zuerst aber besuchen wir die Kapishya Hot Springs (Ostern 2024). Im Mondschein allein in einer heißen Quelle inmitten eines tropischen Waldes zu sitzen, ist ein unvergessliches Erlebnis. Und weil es so schön war..am nächsten Tag noch mal und noch mal 😊.Dazu kommt, dass der Ort auch für Sambia ein hohe Bedeutung hat. (Buchempfehlung: The Africa House).

Die Route führt uns weiter in Richtung Great North Route in Sambia. An einer zerstörten Brücke kommen wir erst nicht weiter. Die Einheimischen helfen wie immer sehr freundlich und weisen uns den Weg zu einer etwas abenteuerlichen Ersatzbrücke.

Die historische Bedeutung des Ortes ist heute nicht mehr direkt wahrnehmbar, aber die Ausstrahlung bleibt. Die Fahrt führt uns weiter durch den Shiwa Ng´andu NR und ist bezaubernd. Viel später am Tag erreichen wir nach einigen Umwegen die Mutinondo Wilderness. Die Fahrt durch einsame und natürliche Umgebung genießen wir sehr.  Gegen 18:00 Uhr findet der Sonnenuntergang statt. Wir haben nicht viel Zeit. Die Campsite liegt inmitten eines Mopanewaldes. Unglaublich schön und einsam. Wir sind mal wieder die einzigen Gäste. Leider erzählte uns die Eigentümerin, dass sich hier gerade (unerwartet) Löwen aufhalten. Einer der Löwen hat einen Mitarbeiter angegriffen. Auch der Löwe ist verletzt, daher wäre es unsere Entscheidung, ob wir unter diesen Umständen bleiben wollen. Die aufgrund der Ereignisse sehr deutlich angeschlagene Besitzerin gibt zu bedenken, dass das Verhalten des verletzten Tieres nicht abschätzbar ist. Aufgrund der einsetzenden Dunkelheit entscheiden wir zu bleiben. Eine Weiterfahrt hätte mindestens 3h Stunden gedauert. Wir genießen den Abend, hören jedoch auf jedes kleinste Geräusch und leuchten unserer Campsite so gut wie möglich aus (es gibt keine weitere Beleuchtung). Alle Sinne waren sehr sensibilisiert. Leider bedeutete dies auch, dass Wanderungen in dem Gebiet nur mit Guides möglich sind. Wir entschieden daher, am nächsten Tag weiterzufahren. Leider!

Ziel ist die Tembusha Camspite. Ebenfalls ein Areal in dem Wanderungen möglich sind. Wir sind überrascht von der großartigen Campsite. Die Camsite liegt ca: 1 h Fahrzeit von der Greater North Route entfernt (rough road) inmitten eines Waldes. Auf dem hinter dahinter gelegenen Hügel befindet sich ein Pool mit Blick in das Tal und einen Fluss. Jede der drei Campsites hat ein eigenes Badehaus (mit indoor Badewanne und outdoor  Dusche!!!), einen riesigen überdachten Küchenbereich und einen Bereich für das obligatorische Lagerfeuer. Der einzige Nachteil ist, dass es auch hier keinen Strom gibt. Wir bauen zuerst unser Solarpanel auf und hoffen noch die letzten Sonnenstrahlen aufzufangen. Aufgrund der bewaldeten Umgebung mit leider nur mäßigem Erfolg. Danach testen wir den Pool mit dem grandiosen Ausblick. Der Besitzer schaut kurz bei uns vorbei, erkundigt sich, ob alles ok ist und gibt uns den Hinweis, dass wir vorsichtig sein sollen, da es schon vorgekommen ist, dass Gäste bestohlen wurden.

Der Caretaker der Campsite bringt abends Feuerholz und erwärmt damit zuerst das Duschwasser. Die Glut wird uns dann zur Verfügung gestellt, um unser Lagerfeuer schnell zu entfachen. Ein wundervoller unvergesslicher Abend.

Wir kochen an diesem Abend lange und ausgiebig, da uns die wundervolle outdoor Küche einen perfekten Platz dafür bietet. Die outdoor Dusche bietet einen unvergesslichen Blick in den Sternenhimmel.

Der Abend vergeht viel zu schnell und wir planen am nächsten Tag das Gelände zu erkunden. Am nächsten Morgen wachen wir, wie immer, mit dem Sonnenaufgang auf und genießen den ersten heißen Café in der Morgendämmerung. Erst dann bemerken wir, dass eine unserer Foodboxen (unseren gesamten Essensvorräte die nicht gekühlt werden müssen, wurden hier aufbewahrt, sowie die Öl, Salz, Pfeffer, etc) fehlt, unsere Duschtücher, Töpfe und unsere Zahnbürsten uvm. Nach dem ersten kurzen Schock und der Erkenntnis, dass wir ja auch irgendwie selbst schuld sind – beschließen wir abzureisen. Wandern zu gehen und unser gesamtes Equipment im Auto zu verstauen, ist für uns zu diesem Zeitpunkt keine Option.

Wir verlassen den von uns unerkundeten Ort – sehr schade!

Die Fahrt führt uns nun weiter entlang der Greater North Route in Richtung Lusaka. Es ist mal wieder Zeit in der Hauptstadt einzukaufen (insbesondere da wir nun keine Essensvorräte mehr haben). Auf dem Weg buche ich ein Appartement für zwei Nächte in Lusaka. Wir brauchen vor allem eine neue staubdichte Vorratsbox. Diese ist nicht einfach zu finden. Wir sind dafür fast einen ganzen Tag unterwegs. Für Roho besorgen wir die üblichen Ersatzteile, wie Filter und versuchen neue Schmutzfangmatten zu finden. Diese sind uns irgendwo auf den rough roads abhanden gekommen.

Lusaka ist eine super entspannte moderne (trotz des vielen Verkehrs) Stadt. Wir verbringen viel Zeit damit das gestohlene Equipment zu ersetzen. Das Einzige, was in der Hauptstadt nicht zu finden ist – eine elektrische Zahnbürste.

South Luangwa

Den Nationalpark zu erreichen bedeutete, eine Strecke von rund 700 km zu fahren. Die Nordroute ist nur in wenigen Monaten des Jahres befahrbar und wir waren (eigentlich) noch in den letzten Wochen der Regenzeit (Anfang/Mitte März) unterwegs. Daher kam die Nordroute nicht infrage. Zudem ist dort eine Brücke seit Jahren nicht befahrbar, Flussbetten müssten gequert werden.

Die „Südroute“ zum Nationalpark ist ein Traum. Die Straßen sind gut befahrbar. Wir entscheiden uns gegen ein „Durchfahren“, sondern campen in der Mitte der Strecke. Leider machte das Bridge Camp einen so schlechten Eindruck, dass wir uns entschieden, noch bis Petauke weiterzufahren und ein anderes Camp aufzusuchen. Wir treffen auf eine junge Frau die mit ihrem Motorrad Afrika bereist. Wie besonders mutig! Der Luangwa ist nur noch eine Tagesstrecke entfernt. Wir treffen Shane und Esther auf dem Weg in Richtung Chipata. Unglaublich!

sosasupport.nl/en/home

Wir halten Mittags in Chipata besorgen noch einmal die üblichen Dinge wie, bspw. Wasser, cash money und frisches Gemüse. Roho wird vollgetankt und dann erreichen wir am frühen Nachmittag bereits den Luangwa. Das Croc Valley Camp ist fantastisch. Ein Hippo liegt direkt vor uns im Wasser. Nile Monitore überall auf dem Gelände. Elefanten in Busch. Ein Traum! Bereits nach ein paar Minuten steht fest, hier bleiben wir etwas länger. Am nächsten Tag geht’s in den South Luangwa als Selbstfahrer. 10 h Gamedrive – nicht unanstrengend bei 36 Grad- aber wundervoll! Im Park wechseln sich überschwemmte Bereiche und trockene gefallen Bereiche ab. Der Luangwa hat noch Wasser aber in den westlichen Parkbereichen sind die Flussbetten trocken gefallen. Wir sehen viele Tiere, nehmen uns Zeit zu Beobachtung und genießen auch einfach mal die Landschaft.

Der nächste Tag am Luangwa ist ein entspannter Tag. Wir sehen vom Camp aus Elefanten, Hippos, Antilopen uvm. Ich nutze den Pool um ein paar Bahnen zu schwimmen und erledigen auch die nicht so spannenden Teile der Reise, wie stetiges Waschen der Kleidung mittels Handwäsche.

Wir treffen hier die Motorradfahrerin wieder und tauschen uns über unsere Reiseerfahrungen aus. Großartige Tage am South Luangwa.

Die Rückreise vom Luangwa führt uns wieder über Lusaka. Das Wetter wechselt gerade und ist regnerisch bei ca. 21 Grad. Wir stoppen wieder in Petauke und fahren dann weiter nach Lusaka auf die Eureka Campsite. Wir nutzen den stop over in Lusaka, um wieder Vorräte aufzufüllen und fahren weiter in Richtung Lower Sambesi. Es ist Sonntag. Wir sind sehr froh, dass heute weniger Verkehr auf der Straße ist. Die Passfahrt ist landschaftlich grandios, aber auch ziemlich anstrengend für den Fahrer. Wir erreichen den Sambesi! Bereits in Mozambik und der Stadt Tete haben wir den Sambesi überquert und waren begeistert. Die Begeisterung schlägt hier um in ein Verliebtsein 😊. Können wir hier jemals wieder abreisen? Hier am Sambesi hat es in der letzten Regenzeit deutlich zu wenig geregnet. Die Elefanten laufen durch diesen breiten Strom. Die Menschen hier machen sich Sorgen, wie sich die nur leicht ausgefallene Regenzeit in diesem Jahr auswirken wird. Bereits im letzten Jahr sind hier nach Aussagen der Einheimischen viele Elefanten und Hippos gestorben. Für uns ist es interessant zu beobachten, wie die Menschen hier mit dem „wildlife“ zusammenleben. Immer wieder hören wir Erzählungen von tödlichen Elefanten- und Krokodilangriffen. Farming ist hier ebenso wie Tierhaltung nur sehr schwer möglich. Unser Reisebudget für Sambia ist ziemlich schmal ausgestattet, aber auf eine Sundownerfahrt mit dem Boot auf dem Sambesi können wir nicht verzichten. Es überrascht uns wie viele private Wohnhäuser (Luxusimmobilien) entlang des Sambesi errichtet wurden. Die Guides berichten, dass die Mehrzahl der Häuser nicht bewohnt sind – sie dienen als Prestige (und wurden nur gebaut und noch nicht einmal besucht) oder lediglich als Ferienhaus für ca. 2-3 Wochen im Jahr. Hmm…

Und es gibt noch so viel mehr zu berichten…

Weiter geht’s bald nach Simbabwe – ich bin gespannt, wie wir in diesem sehr kriselnden Land reisen.

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