Januar 2024

warm heart of africa

Ankommen in Malawi

Heute nur eine kurze Info. Wir sind Malawi. Unfassbar – the warm heart of africa -. Die Tage des border crossings sind immer unglaublich fordernd und die Anspannung ziemlich groß. Daher hier schnell ein paar kurze Info: Der Grenzübertritt am 19.01.2014 war etwas abenteuerlich – nicht nur wegen des Starkregens von Tete in Richtung Mwanza (ok, es ist auch Regenzeit). Bei der Ausreise aus Mozambik sollten wir ein Tax Paper vorweisen, welches wir nie bekommen haben – angeblich gab es jenes auf der Straße von Tete in Richtung Grenze oder bei der Überquerung des Save (also in der Landesmitte – ca. 4 Fahrtage entfernt). Also gab es lange Diskussionen, warten, small talk, etc. an der Grenze. Nachdem viel dikutiert wurde, ob wir zurückfahren sollten oder 500 Dollar bezahlen, konnten wir irgendwann einfach gehen (die Story ist etwas eingekürzt). Die Einreise in Malawi verlief unkompliziert, aber dauerte auch 2,5 h. Aufgrund unseres Kontaktes zu einer Agentur, die uns bei der Einreise half. Das war so gut! Es hat uns ca. 20 US Dollar gekostet. Aufgrund des netten und kompetenten Eindruckes haben wir nachgefargt, ob dies auch für das border crossing von Malawi nach Tansania möglich ist und dafür einen Kontakt vermittelt bekommen.

Wir haben zum ersten Mal ein EVisa beantragt. Drei Tage vor angedachtem Grenzübertritt haben wir online die Formulare ausgefüllt und die erforderlichen Dokumente übermittelt. Bereits nach 12 h hatten wir die Bestätigung für unser Visa!!! Mega!!!

Liwonde Nationalpark in der Regenzeit

Die Tage am Lake Malawi

Eines der ärmsten Länder der Welt. Wir haben gerade die Möglichkeit dieses außerordentlich tolle Land mit den unglaublich netten und hilfsbereiten Menschen zu bereisen.

Malawi hat so viele Gegensätze. Die Menschen hier verdienen im Durchschnitt 30 US-Dollar im Monat.

Der Eintritt in einen Nationalpark kostet uns bspw.für einen Tag 100 Dollar. Es gibt kaum bis wenig Industrie oder Gewerbe, auch keine Produktion von Lebensmitteln – alles wird importiert – dafür fehlen jedoch die Devisen. Das bedeutet – es gibt lediglich ein sehr, sehr eingschränktes Angebot für Nahrungsmittel. Viele der Menschen sprechen Chichewa und zu einem großen Teil Englisch. Der Anteil der arbeitslosen Bevölkerung liegt bei ca. 80 %. Die Menschen hier versorgen sich durch farming und Tierhaltung selbst.

Wir sind nach dem broder crossing in Blantyre gestrandet eine der größeren Städe in Malawi. Uns war die Stadt viel zu hektisch, zu laut, zu unübersichtlich. Leider waren die Wetterprognosen für den südlichen Teil Malawis sehr regnerisch vorhergesagt. Daher entschieden wir uns in Richtung Lake Malawi zu fahren und zuvor einen Zwischenstop am Shire River in Liwonde einzulegen, um den Liwonde Nationalpark zu besuchen. Es ist Regenzeit und damit ist uns nicht klar, dass wir nicht die Tiersichtungen wie bisher auf unseren Reisen haben werden. Trotzdessen ist das Erlebnis Game Drive für uns so reizvoll, dass wir es versuchen. Die Straßen von Blantyre in Richtung Liwonde sind absolut überraschend super. Wir erreichen das Zeil früher als gedacht. Leider hat die von uns gewählte Campsite am NP geschlossen. Die Locals helfen uns und geben uns Tipps für eine weitere Campsite in der Nähe. Wir versuchen unser Glück. Die Campsite hat geschlossen, da der gesamte Campground überschwemmt ist. Es hat vor unserer Ankunft mehrere Tage durchgeregnet. Wir hätten in einem Tended Camp – also der Main Lodge –  übernachten können (wirklich schön). Dies lag allerdings außerhalb unseres Budgets (100 US Dollar per person per night – full pension – excluded Park fees with 100 US Dollar pp). Also Weitersuchen. Gut, dass wir direct an der Grenze eine Sim Card gekauft haben und uns damit etwas durchgooglen können. Wir finden einen Platz der von Locals betrieben wird und übernachten in einem kleinen 2 Sterne Hotel (Shire Camp – Bungalowanlage – für 25000 Malawi Kwacha pro Nacht). Die Angestellten sind so super und das Essen sind so gut, dass wir entschieden, zwei Tage zu bleiben. Am nächsten Tag starten wir – trotz der hohe Kosten – in Richtung Liwonde NP. Wir sind mal wieder die einzigen Gäste im NP – ok – ja Regenzeit. Schade, dass uns die Angestellten des NP (trotz Nachfragens) nicht erzählt haben, dass die Brücken im Park so unpassierbar sind, dass selbst die Hauptwege nicht gefahren werden können. Wir haben trotz dessen einen schönen – leider viel zu kurzen Tag mit wenigen Tiersichtungen– im NP.  Ich lerne endlich Baobab-Juice zuzubereiten. Abends gibt es Fisch aus dem Shire River.

Monkey Bay und Cape Maclear sind die Orte die uns von den Afrikanern immer wieder genannt worden, als besondere Orte am Lake Malawi. Daher war unsere erste Campsite die Norman Carr Lodge – ein toller Ort- wir mussten zwei Tage bleiben. Die Abende verbrachten wir mit langen Gesprächen mit dem Eigentümer, da wir die einzigen Gäste waren. Die Berichte über Land & Leute sind unersetzlich.

Nach einem kurzen Besuch in Monkey Bay sollte unsere nächste Campsite am Cape Maclear sein. Leider waren durch den Regen der vergangenen Tage weder die tarred road noch die gravel roads befahrbar. Wir haben mehrere Locals gefragt und wurden auch gewarnt, die Straßen nicht zu nutzen. Daher entschieden wir uns, einen Stop auf der Cool Runnings Campsite am Lake zu machen, leider war die Camsite geschlossen und nach einem Tip von den Locals bleiben wir auf der Campsite am Wheelhouse Marina (komischer Name – aber mega gut). Es ist so verlockend sich bei diesen Temperaturen in den Lake zu stürzen. Aufgrund der zunehmenden Belastung des Sees mit Bilharziose entschieden wir uns dies nicht zu tun. In manchen Bereiches dieses riesigen Sees (570 km lang) sind auch zu viele Krodkodile im Wasser - also auch hier ist das Schwimmer nicht ganz so ratsam :-).

Von dort fahren wir in Richtung Rafiki Camp – nach dem tollem Ambiente am Lake Malawi brauchen wir wieder etwas bush Flair. Die Lodge und die zugehörige Campsite sind wunderschön!!! Auch hier verbringen wir die Abend mit den Eigentümern der Lodge da wir die einzigen Gäste sind. Die Lodge grenzt direkt an den Nhkotokota Nationalpark. Aufgrund der Regenzeit wird uns abgeraten in den Park zu fahren, da die Straßen nicht gut passierbar sind und der Busch einfach zu dicht ist, für gute Sichtungen. Dafür nutzen wir jedoch ausgiebig die Trails auf dem Lodgegelände und genießen den Anblick der riesigen Wassermengen im Bua River, der die Safarilodge im Norden begrenzt.

Die Straßen in Richtung Norden sind furchtbar – wir brauchen für eine Strecke von 130 km – ca. 4,5 h (ohne die mir lieb gewonnenen Shoppingstops am Straßenrand für Bananen, Mangos oder Tomaten).

Sehr interessant ist, dass in Malawi unglaublich viel Fahrrad gefahren wird. Der Preis für Benzin/Diesel ist fast so hoch wie in Deutschland. Die Menschen können sich kein anderes Verkehrsmittel leisten. Alle Waren werden mit dem Fahrrad transportiert (geschlachtete Ziegen, Fisch aus dem Lake Malawi, Holzkohle, Zuckerrohr, Mais, Holz, etc..). Überrrascht hat mich die gute Versorgung mit Grundwasserpumpen. In fast jedem kleinen Village ist zumindest die Wasserversorgung vorhanden.

Das Fahren ist bei immer stärker werdenden tropischen Temperaturen anstrengend. Während der Fahrt kann die Strecke keine einzige Sekunde aus den Augen gelassen werden, da jederzeit ein Achsbruch oder schlimmeres droht durch die tiefen Löcher oder die nicht mehr vorhandene Straße. Busse oder LKW´s nehmen keine Rücksicht. Die Fahrer sind in dieser Hinsicht hier etwas direkter als in Mozambik.

Ngala Lodge & Campsite am Lake Malawi

Nachdem unsere Essensvorräte ziemlich geschrumpft sind und ein Auffüllen hier ziemlich schwierig (es gibt einfach keine (!) Ware – in den Shops stehen Bier, Seifen und Waschmittel – meist nicht mehr) oder teuer ist, entschieden wir für ein paar Tage auf der Campsite der Ngala Lodge zu bleiben. Eine Packung Cornflakes kostet bspw. umgerechet 10 Euro, Cafe ca. 15 Euro, während das Essen in den Lodges bei einen sehr guten Dinner ca: 10 US Dollar pro Person liegt. Wir nutzen die Zeit hier, um Roho endlich mal wieder sauber zu machen und die gefühlten 20 kg Wäsche zu waschen. Außerdem steht in Kürze schon wieder das nächste border crossing in Richtung Tansania an. Um die E-Visa zu beantragen brauche ich ca: 4 h (wenn das Internet funktioniert). Unsere letzte Erfahrungen mit dem E-Visa war unglaublich gut, wir werden dies also wieder nutzen.

Einer der schönsten Plätze hier am Lake Malawi – Ngala

Trotz der schwierigen Situation hier (zuerst die Pandemie, dann der Zyklon Freddy und den durch Russland entfachten Krieg in der Ukraine und eine grosse Cholerawelle) sind die Menschen hier sehr, sehr herzlich, aufgeschlossen, freundlich und mehr als hilfsbereit. Der Krieg hat hier viele Spuren hinterlassen – viel zu viele. Im letzten Jahr konnte kein oder nur wenig (und dann sehr teuer) Saat eingekauft werden, da diese aus der Ukraine kam. Die Inflation ist sehr sehr hoch und die Preise für Mais und Reis sind so stark gestiegen, dass sich viele Menschen selbst diese Lebensmittel nicht mehr leisten können (ein Sack Mais von 40 Dollar auf 70 Dollar).

Erst durch die vielen Gespräche mit den Locals wird deutlich, wie sehr die Menschen hier in den letzten Jahren getroffen sind. Ich habe allergrößten Respekt vor der Hoffnung in die Zukunft die die Menschen trotz dessen haben.

Malawi ist für Individualreisende insgesamt noch schwieriger zu bereisen als Mozambik. Aber, wenn man sich auf die teilweise schwierigen Bedingungen (oftmals kalte Dusche – muss ok sein, kein fließendes Wasser für die Toiletten, sondern Wasser zum Schöpfen aus einem großen Behälter, Essenvorrat anlegen, gute Routenplanung) einlässt und diese auch aushält (viele Kinder die an dein Auto klopfen und nach Essen oder Geld fragen), dann ist ein ein unglaubliche Erfahrung – ich möchte diese Erfahrung nicht vermissen und könnte gern noch ein bißchen bleiben und eintauchen in dieses herzliche Mentalität und die wunderschöne Landschaft.

Unsere Erfahrungen auf dem Roadtrip durch Malawi

– die Straßen im Süden von Malawi waren absolut großartig und sehr gut zu fahren, der Verkehr hält sich in Grenzen – nur innerhalb der Städte ist der Verkehr sehr chaotisch – Blantyre war für uns eine echte Herausforderungen – in Richtung Norden werden die Straßen zunehmend schlechter – einige Straßen sind während der Regenzeit nicht passierbar – immer mit den Locals sprechen ist unserer Erfahrung nach der beste Tip – so entwickeln sich auch oft interessante Gespräche

– die Tankstellendichte in Malawi ist ausreichend, im Unterschied zu Mozambik, gibt es oftmals keine weiteren Waren an den Tankstellen – Kartenzahlung mit Visa war fast überall möglich

– Geldautomaten sind in den größeren Villages verfügbar – wir haben es nur wenige Male erlebt, dass die Geldautomaten nicht funktionierten – auf den Community Campsites ist Barzahlung üblich – meist wird Kartenzahlung ebenfalls angeboten – dies kann jedoch im Zweifel auch mal länger dauern, da die Internetstabilität zu gering ist – daher haben wir versucht, immer Bargeld in der Landeswährung verfügbar zu haben

– die Internetstabilität in Malawi war im Gegensatz zu Mozambik sehr gering bzw. fast gar nicht vorhanden

– Strom und Wasser werden per App gekauft und sofern das Kontingent verbraucht wurde, gibt es weder Wasser noch Strom – dies ist besonders bei den localen Campsites/Community Campsites aufgefallen – überall stehen Wasserbehälter neben den Toiletten, um Wasser zu schöpfen – machmal liegt es aber auch nicht an der Bezahlung, sondern Wasser ist einfach nicht verfügbar, wenn bspw. die Wasserpumpe nicht genug Sonnenenergie hat um die erforderliche Leistung aufzubauen

– Stromausfälle sind nicht unüblich – daher ist es unserer Erfahrungen nach gut, alle wichtigen Geräte immer zu laden, wenn Strom verfügbar ist – Powerbanks waren bisher für uns sehr nützlich

– in Malawi gibt es wenig bis keine Industrie, alles wir per Hand und mit sehr einfachem Werkzeug erledigt – die Menschen leben hier im wahrsten Sinne des Wortes von der Hand in den Mund

– die Menschen betreiben überwiegend Selbstversorgung – es gibt wenig bis keine Möglichkeiten Waren zu kaufen, ausgenommen Wasser, Bier (Bier gibt es wirklich immer und überall – total verrückt), Tomaten, Mango, Reis, Pineapple und Mais

– der Lake Malawi (bzw. Lake Nyassa ) ist unglaublich schön – nach viel Recherche und vielen Gesprächen auf der Reise haben wir uns entschieden nicht zu baden (Bilharziose) – wäre unsere Reise in zwei bis vier Wochen zu Ende – hätten wir uns in Deutschalnd testen können, dann wäre die Entscheidung definitiv eine andere gewesen

– es gibt immer und überall tolle und interessante Menschen die dir helfen – „…warm heart of africa..“

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